Maßgeschneiderte Kurse & Referenten-Vermittlung

Für Entsendeorganisationen sowie für kleinere NGOs und private Initiativen in der medizinischen Entwicklungszusammenarbeit setzt die Akademie maßgeschneiderte Ausreisevorbereitungskurse um. Länderspezifika sowie ortsgegebene Arbeitsbedingungen und typische Krankheitsbilder sowie Public Health Fragestellungen können dabei individuell berücksichtigt werden.

Maßgeschneiderte Seminare führen wir gerne in unseren Seminarräumen in Tübingen, Würzburg und Heidelberg durch oder als In-House-Seminar an beliebigen Orten in Deutschland und weltweit.

Bei Bedarf kann die AGGE auch helfen, geeignete Referenten zu vermitteln für Seminare von Entsendeorganisationen zur Vorbereitung der Ausreisenden.

   

Themenrepertoire der Akademie:

Im Folgenden finden Sie eine Auswahl an Themen, die die AGGE in maßgeschneiderten Seminaren aufnehmen kann und zu denen Referentinnen und Referenten nach Bedarf gerne angefragt werden können:

 

A) Tropenmedizin

Kindergesundheit

  • Kindersterblichkeit und deren Ursachen - Die TN kennen die wichtigsten Todesursachen bei Kindern unter 5 Jahren in LMICs.
  • Die IMCI-Strategie - Die TN können die 3 Komponenten der IMCI-Strategie nennen, kennen die Vorteile des integrativen Ansatzes und wissen das Konzept anzuwenden.
  • Case Management, häufige Kinderkrankheiten - Die TN können unter einfachen Bedingungen ARI erkennen und behandeln. Sie kennen die Prinzipien der Rehydratation bei Diarrhoe und sind in der Lage eine Differentialdiagnose bei unklarer Genese von Fieber im Kindesalter durchzuführen.
  • Unter-/Mangelernährung - Die TN kennen die Formen der kindlichen Mangelernährung und sind in der Lage mangelernährte Kinder zu erkennen und zu behandeln. Auch Vitamin- und Mikronährstoffmängel werden erkannt und adäquat behandelt. Weiterhin können die TN die Gewichtsentwicklung der Kinder kontrollieren, Komplikationen erkennen und behandeln und sind in der Lage, eine Ernährungsberatung für die Familien anzubieten. Die TN sind mit den Monitoring Charts der WHO vertraut und damit in der Lage, Komplikationen (wie Hypothermie oder Herzversagen wegen fluid overload) zu erkennen.
  • Malaria bei Kindern - Die TN sind in der Lage, Malaria bei Kindern zu diagnostizieren und kennen die therapeutischen Möglichkeiten.
  • TB bei Kindern - Die TN kennen die Möglichkeiten, Tuberkulose bei Kindern zu diagnostizieren und sind mit den therapeutischen Richtlinien vertraut.
  • HIV bei Kindern - Die TN kennen die diagnostischen Tests zur Diagnosestellung einer HIV Infektion, unter Berücksichtigung der besonderen Situation bei Kleinkindern unter 18 Monaten, abhängig von den zur Verfügung stehenden Tests. Prinzip und WHO Richtlinien zu PMTCT (Prevention of Mother to Child Transmission) sind bekannt, mit zusätzlicher Betrachtung länderspezifischer Programme. Zudem wissen die TN, wie Kinder mit HIV zu impfen sind und können prophylaktische Maßnahmen nennen. Sie kennen die Möglichkeiten zur Therapie von HIV bei Kindern.
  • NCDs bei Kindern - Die TN kennen wesentliche NCDs bei Kindern: Diabetes, Epilepsie, kardiale Erkrankungen, chronisch obstruktive Lungenerkrankungen, typische maligne Erkrankungen (z.B. Burkitt Lymphoma, Kaposi Sarkoma und Nephroblastoma), Zahnheilkunde. Hintergründe für NCDs, das Erkennen der Krankheitsbilder und therapeutische Möglichkeiten sind ihnen bekannt.
  • ETAT (Emergency Triage Assessment and Treatment) - Die TN kennen die praktische Anwendung von krankenhausbasiertem ETAT – Emergency Triage Assessment and Treatment und sind mit Schulungsprinzipien vertraut.
  • Präventive Konzepte in MCH (Mother & Child Health) & EPI: Expanded Programme on Immunisation - Die TN wissen um die Bedeutung und praktische Anwendung von präventiven Maßnahmen (z.B. Moskitonetze in Malaria-Endemie-Gebieten, Hygieneverbesserungen, Gesundheitsbildung, Küchengärten, Impfprogramme…) zur Stärkung der kindlichen Gesundheit. Die TN wissen insbesondere um die Bedeutung und praktische Anwendung von Impfprogrammen.
  • Community Health - Die TN kennen den Ansatz, Gesundheitshelfer für Outreach-Programme in ländlichen Gegenden auszubilden, die sich spezielle auch um die Versorgung von Müttern und Kindern kümmern.
  • Interkulturelle Aspekte - Die TN sind für interkulturelle Aspekte sensibilisiert, die es innerhalb der Behandlung von Kindern zu beachten gilt.

Neonatologie

  • Neonatale Mortalität - Die TN kennen die wichtigsten Todesursachen und Morbiditätsfaktoren bei NG. Sie können präventive Maßnahmen beschreiben und den kritischen Zeitraum benennen. Ihnen ist zudem der Einfluss der NG-Gesundheit auf die Müttergesundheit klar.
  • Case Management, NG-Komplikationen managen - Die TN können unter einfachen Bedingungen Frühgeborene adäquat versorgen und NG mit Asphyxie primär mit Beutelbeatmung versorgen. Kinder mit geringem Geburtsgewicht werden optimal versorgt (z.B. Vermeidung von Hypothermie). Zudem können neonatale Konjunktivitis, neonatale Sepsis und weitere Krankheitsbilder erkannt und medizinisch versorgt werden. Die TN wissen, wie man einen Neugeborenen-Arbeitsplatz einrichtet und Aufgaben bei der notfallmäßigen Versorgung sinnvoll im Team aufteilt und delegiert.
  • FollowUp-Care nach Entlassung - Die TN können die Mütter der Neugeborenen zur Hygiene, Pflege und zum exklusiven Stillen beraten. Weiterhin wissen die TN um die Bedeutung von Hausbesuchen, um die Mortalität zu senken.

ANC & Geburtshilfe

  • Müttersterblichkeit und das Safe Motherhood Konzept -  Die TN wissen, welche Faktoren die Sterblichkeit von Müttern bedingen. Das Safe Motherhood-Konzept mit Maßnahmen zur Reduktion der Müttersterblichkeit ist ihnen vertraut.
  • Schwangerschaftsvorsorge - Die TN wissen, welche Standards die Schwangerschaftsvorsorge unter einfachen Bedingungen in jedem Fall erfüllen muss (z.B. Anzahl der Besuche im Gesundheitszentrum, notwendige Untersuchungen, Gabe von Fe/Folic Acid etc.).
  • Notfälle während der Schwangerschaft - Die TN sind geschult, Komplikationen während der Schwangerschaft (wie Blutungen, Krämpfe, Eklampsie, Schwangerschaftsdiabetes) zu erkennen und zu behandeln.  
  • Der Geburtsablauf - Die TN wissen, wie eine normale Geburt abläuft und kennen das Partogramm zur Überwachung der Geburt und zum Erkennen von Komplikationen. Die TN können zudem prüfen, ob sich die Plazenta vollständig gelöst hat und wissen, wie Kind und Mutter standardmäßig zu versorgen sind.
  • Notfälle während der Entbindung - Die TN können bei Notfällen adäquat reagieren und wissen, wie eine Verlegung in ein besser ausgestattetes Gesundheitszentrum abzulaufen hat.

Gynäkologie

  • Reproduktive Gesundheit - Die TN können Frauen und Männer über die Vorteile und Möglichkeiten zur Familienplanung aufklären uns können dabei die Risiken früher und häufiger Schwangerschaften nennen (wie höhere Mortalität der Frauen, erhöhtes Risiko für Fistelbildung etc.)
  • Gynäkologische Notfälle - Die TN kennen die wichtigsten gynäkologischen Notfälle einer wirtschaftlich armen Region. Sie kennen Maßnahmen zur Erstversorgung und Behandlung dieser möglichen Notfälle.
  • Sexually Transmitted Diseases (STI) - Die TN kennen die Bedeutung von STI und kennen den umfassenden Ansatz einer syndromischen Behandlung in der Primärversorgung.
  • Gewalt gegen Frauen - Die TN wissen um die Bedeutung der Gewalt gegen Frauen, Anhand von Beispielen (z.B. DRC) bekommen sie einen tieferen Einblick in die Problematik, ihre Behandlung und Prävention auf lokaler und politischer Ebene. Die TN erkennen die Problematik von Traumatisierung und wissen, welche Behandlungsschritte einzuleiten sind. Die TN kennen das Problem Genitalverstümmlung sowie die daraus resultierenden Komplikationen. Sie können die Möglichkeiten der Behandlung im Einzelfall sowie die politischen Erwägungen dazu einordnen und erörtern.
  • Vorsorge: Zervix- und Mamma-Karzinom - Die TN kennen die Möglichkeiten und Einschränkungen zur Vorsorge von Zervix- und Mamma-Karzinom unter einfachen Bedingungen. 

Parasitosen

  • Grundlagen der Parasitologie - Die TN kennen das Spektrum an Parasiten (Protozoen, Helminthen, Arthropoden) und können zwischen einer präpatenten und einer patenten Infektion unterscheiden. Mögliche Infektionswege sind bekannt.
  • Leishmaniose - Die TN kennen die Leishmaniose Erreger und dessen Verbreitung, sowie Übertragungsweg. Sie können das Krankheitsbild beschreiben und wissen, welche diagnostischen Schritte nötig sind. Die TN kennen weiterhin die therapeutischen Möglichkeiten und wissen Wege der Prävention.
  • Schistosomiasis - Die TN kennen die Schistosomiasis Erreger und deren Verbreitung. Entwicklungszyklus, Krankheitsablauf, Diagnostik und Therapie sind ihnen bekannt.
  • Helminthen - Die TN kennen sie Systematik der Helminthen und wissen, wie Kontrollprogramme zu gestaltet sind.
  • Trypanosomiasis - Die TN kennen den Trypanosomiasis Erreger und dessen Verbreitung, sowie Übertragungsweg. Sie können das Krankheitsbild beschreiben und wissen, welche diagnostischen Schritte nötig sind. Die TN kennen weiterhin die therapeutischen Möglichkeiten und wissen Wege der Prävention.
  • Filarien - Die TN kennen den Filarien Erreger und dessen Verbreitung, sowie Übertragungsweg. Sie können das Krankheitsbild beschreiben und wissen, welche diagnostischen Schritte nötig sind. Die TN kennen weiterhin die therapeutischen Möglichkeiten und wissen Wege der Prävention.

Malaria

  • Verbreitung der Malaria - Die TN kennen die endemischen Malaria-Gebiete sowie den zeitlichen und geographischen Rahmen der Malaria-Verbreitung. Übertragungsweg und Kontrollmaßnahmen sind ihnen bekannt.
  • Malaria-Arten - Die TN kennen die Arten der Malaria und wissen, welche Formen gefährlich sind.
  • Malaria-Zyklus - Die TN können den Lebenszyklus der Malaria-Erreger (im Menschen und in der Mücke) beschreiben.
  • Klinisches Bild - Die TN können das Krankheitsbild der Malaria symptomatisch erkennen.
  • Diagnostik der Malaria - Die TN kennen die diagnostischen Möglichkeiten, um eine Malaria zu bestätigen (dicker Tropfen, RDT).
  • Therapie der Malaria - Die TN kennen die therapeutischen Richtlinien, um eine Malaria zu behandeln. Auch die Behandlungsmöglichkeiten bei Kindern und Schwangeren sind bekannt.
  • Komplizierte Malaria - Die komplizierte Malaria mit ihren möglichen Komplikationen wie zerebrale Malaria, Organversagen und schwere Anämie ist den TN bekannt und sie wissen, welche Maßnahmen für die weitere Behandlung ergriffen werden müssen.
  • Malaria-Prophylaxe - Die TN kennen die Möglichkeiten zur Malaria-Prophylaxe. Sie kennen Resistenzentwicklungen zu einzelnen Wirkstoffen und Anwendungsmöglichkeiten auch bei Kindern und Schwangeren.
  • Malaria Kontrollprogramme - Die TN kennen die Prinzipien von Maßnahmen zur Kontrolle und den Aufbau von Malaria-Kontrollprogrammen.

HIV und Aids

  • Hintergrund zum HIV-Virus - Die TN kennen das HIV-Virus und dessen epidemiologische Verbreitung im zeitlichen Verlauf. Übertragungswege, Ansteckungsrisiko sowie Kontrollmaßnahmen sind ihnen bekannt. Die soziale Bedeutung einer HIV-Infektion, wie gesellschaftliche Stigmatisierung, ist Ihnen verständlich.
  • Immunsystem/CD4 Zelle - Die TN können die Rolle der CD4-Zelle innerhalb des Immunsystems beschrieben und wissen ebenso deren Bedeutung für eine HIV-Infektion.
  • Lebenszyklus - Die TN können den Lebens- und Vermehrungszyklus des HIV-Virus im Körper beschrieben.
  • Diagnostik - Die TN wissen, wie HIV unter einfachen Bedingungen diagnostiziert wird (bei Erwachsenen und Kindern).
  • Counseling - Die TN können die Patienten aufklären, was das Virus für ihre Lebensperspektive bedeutet und wie eine weitere Verbreitung verhindert werden kann. Sie können lokale Fachkräfte zum Counseling von HIV-positiven Patienten schulen.
  • Clinical Staging -  Die TN kennen die 4 Stadien einer HIV-Infektion und können die zugehörigen Symptome benennen.
  • Therapie: ART - Die TN kennen die Wirkungsweise der AR-Therapie und wissen wann und wie mit der Therapie zu beginnen ist und wie die Therapietreue zu gewährleisten ist. Die TN kennen wichtige Nebenwirkungen von ART. Die TN kennen die Vorteile einer dezentralisierten Versorgung mit ART und können Gesundheitshelfer zur Behandlung von HIV-Patienten anlernen.
  • Opportunistische Infektionen - Die TN wissen, welche opportunistischen Infektionen bei HIV-Patienten gehäuft auftreten. Ihnen sind wichtige Ko-Infektionen hinsichtlich Erkennung und therapeutischen Möglichkeiten bekannt.
  • HIV bei Schwangeren & Neugeborenen - Die TN kennen die ART-Richtlinien für Schwangere und wissen, wie das Risiko einer Mutter-Kind-Übertragung minimiert werden kann. Sie können ggf. die Therapie des Neugeborenen einleiten und sind in der Lage, die Mutter zum Stillen aufzuklären.
  • Post Expositions Prophylaxe (PEP) - Die TN können eine Postexpositions-Prophylaxe (PEP) durchführen und wissen, in welchem Zeitfenster sie agieren müssen.
  • Aufbau eines Behandlungsprogramms - Die TN wissen, wie ein HIV/Aids-Behandlungsprogramms aufzubauen ist und wie dessen Wirksamkeit mittels einer Evaluation geprüft werden kann.

Ebola-Virus

  • Grundzüge der Virologie - Die TN kennen die virologischen Grundlagen und die Transmissionswege der Ebolavirus-Infektion.
  • Klinik der Ebolavirus-Infektion - Die TN kennen das klinische Bild der Ebolavirus-Infektion und die möglichen Therapieansätze.
  • Isolationsmaßnahmen - Die TN sind vertraut mit den Hygiene- und Isolationsmaßnahmen und üben den Umgang mit Schutzkleidung.
  • Ausbruchskontrolle - Die TN machen sich mit dem Aufbau einer Isolationseinheit und den verschiedenen Maßnahmen der Ausbruchskontrolle vertraut.
  • Reaktionsmuster in Deutschland - Die TN kennen die Gefahren der Ebolavirus-Infektion und die Reaktionsmuster des deutschen öffentlichen Gesundheitsdienstes.

Tuberkulose

  • Verbreitung der TB - Die TN wissen, wie TB weltweit epidemiologisch verbreitet ist. Sie wissen, wie TB übertragen wird und was Risikofaktoren für eine Ansteckung sind. Das Potential der BCG-Impfung ist ihnen bekannt. Zudem sind die TN sensibilisiert für die soziale Bedeutung einer TB-Infektion.
  • Symptome und TB-Arten - Die TN kennen die Symptome der Tuberkulose (klinische Leitsymptome) und sind auch in der Lage die pulmonale und die unterschiedlichen Formen der extrapulmonaren Tuberkulose zu erkennen.
  • Diagnostik - Die TN wissen, wie TB unter einfachen Bedingungen nachgewiesen werden kann und sind auch im Bilde über neue therapeutische Ansätze und deren Potential. Die TN wissen um die Möglichkeiten zur Diagnostik bei Kindern (inkl. Score Card).
  • Therapie - Die TN sind mit den therapeutischen Möglichkeiten der TB-Therapie vertraut und kennen das DOTS-Prinzip. Resistenzentwicklungen einzelner Wirkstoffe sind ihnen bekannt. Zudem sind die TN sensibilisiert, dass Kinder unter 6 Jahren mit TB-Exposition eine INH-Prophylaxe erhalten sollten.
  • Aufbau eines TB-Kontrollprogramms - Die TN wissen, wie ein TB-Kontrollprogramm aufgebaut sein muss und können beschreiben, wie z.B. ein TB-Programm in Slumgebieten Nairobis oder im ländlichen Indien gestaltet sein muss.
  • Resistenzen - Die Teilnehmer kennen die steigende Problematik der resistenten Tuberkulose und ihren Public Health Impact.

Infektiologie in den Tropen

  • ARI - Die TN kennen Arten und Verläufe von ARI und diagnostische sowie therapeutische Möglichkeiten.
  • Diarrhoe - Die TN kennen Gründe für Diarrhoe in tropischen Gebieten und kennen verschiedene Diarrhoe-Arten. Sie wissen wie therapeutisch jeweils vorzugehen ist. Insbesondere sind die in die orale Rehydratation eingewiesen und wissen, wann invasiv vorzugehen ist und unter welchen Vorsichtsmaßnahmen.
  • Fieber - Die TN kennen Gründe für Fieber in den Tropen und können differentialdiagnostisch vorgehen.
  • Lepra - Die TN kennen die Geschichte der Lepra und deren epidemiologische Verbreitung. Sie kennen den Lepra-Erreger und wissen, wie die Krankheit übertragen wird. Die Symptomatik verschiedener Lepra-Arten ist den TN bekannt. Auch wissen sie, wie man therapeutisch vorgeht und wie ein provinzweites Lepraprogramm aufbaut und Krankenpflegepersonal hierfür ausbildet.
  • Typhus - Die TN kennen den Typhus-Erreger, sowie dessen Übertragungsweg und können das klinische Bild des Typhus beschreiben. Sie wissen, wie diagnostisch vorzugehen ist und kennen die potentiell einsetzbaren Antibiotika. Prophylaktische Maßnahmen sind ihnen bekannt.
  • Meningitis - Krankheitsentstehung und klinische Symptome einer Meningitis sind den TN bekannt und die TN sind in der Lage, Komplikationen einer Meningitis zu erkennen. Die TN kennen diagnostische Schritte sowie Behandlungsansätze einer Meningitis. Zudem sind ihnen präventive Maßnahmen bekannt.

Health in Transition und NCDs

  • Formen weltweiter Transitionen - Die TN können die Auswirkungen globaler Umbrüche (demographischer Wandel, Verstädterung, Transitionen im sozialen Bereich, des Lebensstils und der Ernährung, Umweltveränderungen und Klimawandel) auf die Gesundheit benennen. Sie sind zudem in der Lage, Phasen der epidemiologischen Transition im weltweiten Kontext mit Zunahme nicht-infektiöser Krankheiten (Non-communicable diseases, abgekürzt NCDs) zu erläutern.
  • NCDs: Ausmaß und Trends - Die TN sind in der Lage, das Ausmaß von NCDs wie Kardiovaskuläre Erkrankungen, Diabetes mellitus, Malignome  in wirtschaftlich ärmeren Ländern und hierbei den Bedarf  qualifizierter präventiver und kurativer Dienste aufzuzeigen. Die TN können Trends bzgl. Gesundheitsrisken (wie z.B. Konsum von Tabak, Alkohol, ungesunder Nahrungsmittel und körperliche Inaktivität) aufzeigen, die in Ländern mit mittleren und niedrigen Einkommen zunehmend ärmere Bevölkerungsschichten betreffen, erläutern. Hierzu können sie Beispiele effektiver Public Health-Strategien benennen.
  • Dual/triple burden of disease - Die TN können den `Dual´ bzw. `Triple Burden of Disease´ sowie das gleichzeitige Auftreten von Übergewicht/Adipositas und Untergewicht innerhalb der Bevölkerung und einzelner Familien erklären.
  • Policies und Strategien in Ländern mit mittlerem und niedrigen Einkommen - Die TN kennen die Grundzüge aktueller Policies zur Bekämpfung der NCDs, die Bedeutung einer Lebenszyklus-Perspektive und der `Social Determinants of Health´.

Neglected tropical diseases

  • Hintergrund - Die TN wissen um die Problematik, dass für vernachlässigte Krankheiten Investitionen zur Entwicklung von Diagnostikmöglichkeiten, Medikamenten und Impfstoffen notwendig wären.
  • Schlafkrankheit/Trypanosomiasis - Die TN kennen den Trypanosomiasis Erreger und dessen Verbreitung, sowie Übertragungsweg. Sie können das Krankheitsbild beschreiben und wissen, welche diagnostischen Schritte nötig sind. Die TN kennen weiterhin die therapeutischen Möglichkeiten und wissen Wege der Prävention.
  • Buruli-Ulkus - Die TN erkennen das Buruli-Ulkus und wissen, wo es verbreitet ist. Zudem kennen sie die klinische Diagnostik und Möglichkeit des Wundabstrichs. Die Prinzipien konservativer und chirurgischer Therapieansätze sind ihnen bekannt. Zudem kennen sie das Erhitzen der Areale als möglichen Heilungsweg.
  • Dengue - Die TN kennen die endemischen Dengue-Gebiete sowie den Übertragungsmechanismus. Zudem kennen die TN den Dengue-Virus und die einhergehenden Symptome mit möglichen Komplikationen. Diagnostik, begleitende Therapie für schwere Verläufe und die Ansätze von Kontrollprogrammen sind den TN bekannt.
  • Gelbfieber - Die TN kennen den Gelbfieber Erreger und dessen Verbreitung. Sie wissen, dass per Impfung eine Infektion vermieden werden kann. Sie können die 2 Phasen des Krankheitsbildes beschreiben. Die TN wissen, dass sie zunächst Differentialdiagnostisch vorgehen müssen, bevor sich das Virus nach 6-10 Tagen per Blutplasma bei Verfügbarkeit eines geeigneten Labors nachweisen lässt.
  • Japanische Enzephalitis - Die TN kennen den Erreger der japanischen Enzephalitis, sowie die endemischen Gebiete und den Ansteckungsweg. Weiterhin können die TN das Ansteckungsrisiko einschätzen und wissen, wann eine Impfung nötig ist. Sie kennen Inkubationszeit, sowie Symptomatik (inkl. Anzeichen eines schweren Verlaufs). Diagnostische Möglichkeiten und symptomlindernde Therapie sind den TN bekannt.
  • Cholera - Erreger, Vorkommen und Übertragung der Cholera sind den TN bekannt; ebenso die 3 Stadien der Cholera-Erkrankung. Die TN wissen, wie diagnostisch und therapeutisch vorzugehen ist. Die Bedeutung der Hygiene zur Vorbeugung und Vermeidung von Epidemien sind den TN bekannt. Sie kennen die Prinzipien einer Intervention bei einem Cholera-Ausbruch.

Mental Health

  • Ausmaß/Bedeutung - Die TN kennen die Dimensionen psychischer Erkrankungen in wirtschaftlich ärmeren Ländern. Sie können die Auswirkungen dieser Erkrankungen auf individueller, familiärer und gesellschaftlicher Ebene einordnen und reflektiert erläutern. Die TN können Wechselwirkungen von Armut und psychischen Erkrankungen benennen.
  • Krankheitsspektrum - Die TN kennen das Spektrum an psychischen  Erkrankungen und können an Beispielen wichtiger Krankheiten wie  Depressionen, Schizophrenie, Suchtmittelabusus oder Traumatischen Störungen die Bedeutung einer qualifizierten Betreuung aufzeigen.
  • Qualifizierte Betreuung - Die TN können Voraussetzungen für eine qualifizierte Betreuung psychisch erkrankter Menschen benennen und die Rolle kommunaler Dienste in der Betreuung erläutern.
  • WHO-Konzepte - Die TN kennen die Konzepte der WHO zum Themenfeld Mental Health. Sie sind in der Lage, diese Konzepte in konkreten Fallbeispielen aufzuzeigen.
  • Beispiele für Mental Health Dienste - Die TN haben Beispiele für Mental Health Dienste aus verschiedenen Ländern kennengelernt. Sie können daraus ableiten, welche Strategien beim Aufbau solcher Dienste  zu berücksichtigen sind.

Dermatologie in den Tropen

  • Differentialdiagnose - Die TN kennen wichtige Differentialdiagnosen der Dermatologie in den Tropen.
  • Anwendungsbeispiele - Die TN haben die Blickdiagnose praktisch eingeübt (u.a. Mykosen, Leishmaniose, Skabies, opportunistische Hautinfektionen bei HIV-Patienten, Pilzerkrankungen und Pyoderma/Ulzerationen).
  • Besonderheiten bei Kindern - Die TN wissen um die dermatologischen Besonderheiten bei Kindern und können diese zuordnen.
  • Essentielle Medikamente - Die TN kennen wesentliche Medikamente zur Anwendung unter einfachen Bedingungen.

Augenheilkunde in den Tropen

  • Augenärztliche Basis-Untersuchung - Die TN sind in der Lage, unter einfachen Bedingungen eine Taschenlampe als Untersuchungsmittel der Augen einzusetzen; sie können dadurch Kornea, Pupillen und Pupillenreaktion prüfen. Sie kennen zudem die Bedeutung der „red reflex“ Untersuchung mit dem Augenspiegel.
  • Trachom - Die TN kennen die Symptome des Trachoms, die Diagnostik, die Prävention sowie die Prinzipen der medikamentösen und chirurgischen Behandlung.
  • Katarakt - Die Katarakt ist mit Abstand die häufigste Erblindungsursache weltweit. Das gilt besonders für die Tropen. Die TN können eine fortgeschrittene Katarakt mit Hilfe einfacher Hilfsmittel diagnostizieren. Die TN erfahren über die Grundprinzipien der Behandlung (Kataraktchirurgie).
  • Glaukom - Grundkenntnisse über Diagnostik und Behandlung der zweithäufigsten Erblindungsursache weltweit. Besonderheiten in den Tropen (v.a. Afrika)
  • Filariosen mit Augenbeteiligung - Die TN kennen den Filarien-Erreger und dessen Übertragung. Loa Loa und Onchozerkose sind den TN in ihrer Symptomatik bekannt. Ebenso kennen die TN diagnostische und therapeutische Möglichkeiten. Die TN kennen die Risiken der Ivermeticin-Therapie.
  • Augenerkrankungen bei HIV-Patienten -   Die TN kennen wesentliche Augenerkrankungen, die gehäuft bei HIV-Patienten auftreten (z.B. Sicca-Syndrom, tumoröse Veränderungen des vorderen Augenabschnittes, Immune Recovery Uveitis (IRU) und Affektionen durch Herpes Viren). Die TN können Symptome nennen und Schritte zur Diagnostik und Therapie beschreiben.
  • Vitamin A Mangel - Die TN können einen Vitamin A Mangel klinisch erkennen (Bitot’sche Flecken, Xerophthalmie). Sie sind sich bewusst, dass besonders bei Menschen in Konfliktregionen, mit mangelnder Ernährung und bei Inhaftierten Nachtblindheit als Symptom des Vitamin A Mangels auftritt.
  • Sehbehinderungen bei Kindern - Die TN kennen Optionen für die Sehhilfe bei Kindern mit Sehschwäche, speziell für Kinder mit Albinismus. Sie kennen zudem die Problematik von Blindheit im Kindesalter.
  • Augenchirurgie - Die TN sind eingeführt in die Basics der Augenchirurgie und wissen, wie ein Arbeitsplatz einzurichten ist. Die TN können einfache chirurgische Eingriffe in ihrem Ablauf beschreiben (z.B. Katarakt). Die Ursachen und Erscheinungsformen von Augentraumata sind den TN bekannt.

Chirurgie in den Tropen

  • Wundversorgung - Die TN wissen, ob, wann und wie eine adäquate Wundversorgung unter einfachen Bedingungen durchgeführt wird.
  • Verbrennungen - Die TN können die wesentlichen Aspekte bei der Therapie für Verbrennungsopfer beschreiben.
  • OP-Vorbereitung - Die TN kennen notwendige organisatorische, personelle und strukturelle Voraussetzungen für die Durchführung operativer Eingriffe auf verschiedenen Ebenen (inkl. Ausrüstung, Räumlichkeiten, Material). Anhand von Beispielen können die TN aufzeigen, welche Ausstattung je nach Art des Eingriffes notwendig ist: Was wird für Wundversorgung, Kaiserschnitte, operative Frakturversorgung, neurochirurgische Notfalleingriffe, gynäkologische und allgemeinchirurgische Notfälle gebraucht?
  • Vorbereitende Diagnostik - Die TN wissen, welche diagnostischen Möglichkeiten unter einfachen Bedingungen hilfreich sind (z.B. Sonografie zur Beurteilung eines Knochenbruchs).
  • Indikatoren und Risiken operativer Eingriffe - Die TN können dringliche Indikationen und Risiken für operative Eingriffe beurteilen und kennen die alternativen Verfahren, sowie Möglichkeiten und Risiken konservativer Behandlungen unter den jeweiligen Bedingungen.
  • Essential Surgery - Die TN kennen notwendige Eingriffe im Rahmen von „Essential Surgery“ (z.B. OP von Hernien oder Fisteln, Katarakt-Operationen, Zahnmedizinische Eingriffe).
  • Anästhesie unter einfachen Bedingungen - Die TN kennen die Prinzipien der Regional-, Lokal und Inhalationsnarkose. Sie wissen, welche Narkosemittel auch unter einfachen Bedingungen häufig verfügbar sind. Darüber hinaus sind die TN in der Lage zu beschreiben, wie ein narkotisierter Patient unter einfachen Bedingungen per Blutdruckmanschette und Stethoskop bzw. Pulsoximeter zu überwachen ist (Monitoring).

Notfallmedizin

  • Verkehrsunfälle - Die TN kennen die häufigsten Folgen von Verkehrsunfällen, die wesentlichen notwendigen diagnostischen Maßnahmen und mögliche operative oder konservative Behandlungsansätze.
  • Überwachung von Notfallpatienten - Die TN sind in der Lage den Zustand von Notfallpatienten kritisch einzuschätzen und kennen die Möglichkeiten zur Reanimation unter einfachen Bedingungen. Die TN wissen weiterhin, wie die Überwachung vitaler Parameter unter begrenzten Ressourcen sichergestellt werden kann.
  • Vorbereitung zum Notfalltransport - Die TN wissen, wie man den Kreislauf von Notfallpatienten stabilisieren kann, so dass sie transportfähig sind und narkosefähig an den Chirurgen übergeben werden können. 
  • Reposition bei Luxationen und Frakturen - Die TN kennen die wesentlichen Maßnahmen der Reposition und Immobilisation z.B. durch Gipsschienen bei Frakturen und Luxationen.
  • Gynäkologische Notfälle - Die TN wissen, wie gynäkologische Notfälle im ländlichen Raum unter einfachen Bedingungen zu managen sind. Auch nicht-Gynäkologen haben wesentliche Maßnahmen verinnerlicht.
  • Notfälle während der Entbindung - Die TN können Postpartum-Blutungen notfallmäßig lindern durch adäquate Kompression des Uterus und wissen, wie eine Verlegung in ein besser ausgestattetes Gesundheitszentrum abzulaufen hat.
  • Neugeborenen-Notfallversorgung - Die TN können unter einfachen Bedingungen Neugeborene mit Asphyxie beatmen.

Zahnmedizin in den Tropen

  • Grundlagen - Die TN können die notwendige Anatomie zur Zahnheilkunde beschreiben.
  • Extraktion von Zähnen - Die TN wissen, wie man Zähne unter einfachen Bedingungen entfernen kann.
  • Abszess-Behandlung - Die TN haben gelernt, einen Abszess zu behandeln.
  • Zahnmedizinische Prophylaxe - Die TN sind über die Möglichkeiten zur zahnmedizinischen Prophylaxe informiert. Im Einzelnen können sie die Relevanz von Putztechnik, Ernährungslenkung und den Einsatz von Medikamenten erläutern.

B) Public and Global Health

Einführung in Public und Global Health

  • Begriffsbestimmung - Die TN können Definitionen von Gesundheit benennen und die Beziehung von Gesundheit und den Menschenrechten beschreiben. Sie sind in der Lage, die Begriffe „Public Health“ und „Global Health“ zu beschreiben. Die TN können Gesundheitsmaßnahmen in die Kategorien  des Versorgungskontinuums einordnen (Promotion, Prävention, Behandlung, palliative Versorgung). Weiterhin können die TN bewerten, wie die Menschenrechte in den Gesundheitssektor Eingang finden können (z.B. Nicht-Diskriminierung, Partizipation, Transparenz, Rechenschaftspflicht, Befähigung,…)
  • Gesundheitssysteme: allgemein und in Entwicklungs- und Schwellenländern - Die TN können wichtige Elemente der Versorgungsstruktur eines Gesundheitssystems benennen (Strukturen, Personal, Ausstattung, Medikamente, Finanzmittel. Policies usw.). Zudem sind die TN in der Lage per Internet-Recherche Quellen von Gesundheits-Policies aufzusuchen und Richtlinien zusammenzustellen. Sie können beurteilen, inwiefern ein Gesundheitssystem Aspekte der Menschenrechte erfüllt (z.B. Verfügbarkeit, Zugang, Akzeptanz, Qualität). 
  • Bedeutung von PHC / Universal Health Coverage - Die TN kennen die 5 Schlüsselelemente von PHC (weniger soziale Ungleichheiten, mehr bedarfsorientierte Gesundheitsversorgung usw.) und können die Ansätze von „universal health coverage“ beschreiben. Sie sind in der Lage, Vor- und Nachteile von selektiven/umfassenden und horizontalen/vertikalen Gesundheitssystemen zu analysieren. Weiterhin können die TN bewerten, ob Gesundheitssysteme in EL eine gerechte Verteilung von Gesundheitsdiensten erreicht, sowie die Möglichkeit zur Beteiligung bietet und angepasste Technologien einsetzt.
  • Epidemiologie und Messgrößen für Gesundheit - Die TN können wesentliche epidemiologische Messgrößen weidergeben (wie Lebenserwartung, Inzidenz, Prävalenz. Sie kennen die Konzepte von „burden of disease“ und „DALYs“. Weiterhin können die TB auf Anfrage Quellen der globalen Gesundheitsstatistik aufsuchen und Daten zusammenstellen. Die TN können zudem Gesundheitsstatistiken aufgrund der Stärken und Schwächen der Messgrößen bewerten.
  • Gesundheit und Entwicklung - Die TN können die Zusammenhänge zwischen Elementen der nachhaltigen Entwicklung und Gesundheit wiedergeben. Sie sind in der Lage den Bedarf für Gesundheitsarbeit zu analysieren (am Bsp. Komplexer Katastrophenfälle). Schließlich können die TN die Ansätze von internationalen und nationalen Akteuren im Bereich Globale Gesundheit bewerten. 

Primary Health Care (PHC)

  • Geschichtlicher Hintergrund - Die TN wissen, wie es zur Entstehung des PHC-Konzepts kam und können die Geschehnisse um und nach Alma Ata beschreiben.
  • Das PHC-Konzept - Die TN können das Ziel des PHC-Konzepts benennen, sowie dessen 8 Kernelemente. Zudem kennen sie Vor- und Nachteile von „comprehensive“ und „selective“ PHC.
  • Gesundheitssystem-Stärkung durch PHC - Die TN können erklären, wie PHC zur Gesundheitssystemstärkung beiträgt.
  • Schwierigkeiten in der Umsetzung - Die TN können Schwierigkeiten bei der Umsetzung von PHC und Möglichkeiten zum Monitoring benennen. Sie können weiterhin Vor- und Nachteile von vertikalen und horizontalen Krankheitskontrollprogrammen abwägen und Stärken und Schwächen von staatlichen/nicht-staatlichen Strukturen zur Versorgung  mit essentiellen Medikamenten benennen.

Management von Gesundheitsprojekten

  • Grundlagen - Die TN können die Definition und die Prozesslogik eines Projekts im Gesundheitsbereich wiedergeben. Sie können Voraussetzungen und Ressourcen für ein Projekt benennen (materiell, finanziell, Fachkräfte…) und verstehen Unterschiede von Ziel- und Wirkungsorientierten Projektansätzen. Die TN können des Weiteren zu ausgewählten Projektbeispielen zielorientierte und wirkungsorientierte Projektansätzen entwickeln. Schließlich können die TN Maßnahmen und Nachhaltigkeit von Projekten anhand von Projektkriterien bewerten, z.B. einen Distriktgesundheitsplan.
  • Planung - Die TN können unterschiedliche Wege zur Situations- und Bedarfsanalyse beschreiben, mit dem Fokus auf partizipatorische und bedarfsorientierte Methoden. Weiterhin können sie die Bedeutung von Referenzrahmen und Operationsplan erklären. Die TN sind in der Lage bei vorgegebenen Gesundheitsproblemen einen logischen Referenzrahmen für ein Projekt zu entwickeln (‚SMART-Objectives‘).Vorgegebene Projektansätze können die TN in Bezug auf die Qualität der Planung bewerten.
  • Implementierung/ Monitoring - Die TN können Elemente des Implementierungsprozesses beschreiben (Organigramm, Stellenprofile, Policies, Monitoring-Tools). Sie erstellen bei vorgegebenen Bedingungen einen Operationsplan und arbeiten einen Standardbericht aus. Weiterhin können die TN Gesundheitsinformationssysteme erstellen, um sie zum Monitoring einzusetzen und vorgegebene Projektberichte in Bezug auf die Qualität des Operationsplans beurteilen.
  • Evaluation und Wirkungsanalyse - Die TN kennen die DAC – Kriterien der Projektevaluation und den Unterschied zwischen Evaluation und Audit. Sie können unterschiedliche Arten von Evaluierungen benennen (intern, extern, partizipatorisch, Ziel-, Prozess-orientierung, etc.) und Elemente eines Referenzrahmens einer Evaluation benennen. Sie können zu einem gegebenen Gesundheitsprojekt einen angepassten Evaluationsplan entwickeln. Zudem sind sie in der Lage, wirkungsorientierte Evaluationsansätze zu ausgewählten Fragestellungen zu bewerten.
  • Besondere Situationen - Die TN kennen Standard-und ‚good practice‘ orientiertes Projekt-Management in der humanitären Hilfe (‚sphere project‘). Sie können Mainstreaming Prozesses zu bestimmten Themen wie ‚gender‘ oder ‚HIV/AIDS‘ beschreiben. Des Weiteren erarbeiten sie einen Projektplan zu einer vorgegebenen Situation in der Not- und Katastrophenhilfe und bewerten Maßnahmen des Katastrophenmanagements in komplexen Not- und Katastrophensituationen.

Qualitätsmanagement in der internationalen Gesundheit

  • Status Quo in LMICs - Die TN können Qualitätslücken in Gesundheitssystemen von LMICs skizzieren und Herausforderungen zur Optimierung der Gesundheitsversorgung benennen.
  • Methoden des Qualitätsmanagements - Die TN kennen Mechanismen, Instrumente und Methoden des Qualitätsmanagements und können kritisch analysieren, inwiefern diese in LMICs anwendbar sind.
  • Stakeholder - Die TN können beschreiben, welche Stakeholder Einfluss auf die Qualität eines Gesundheitssystems haben (lokal und global).
  • Prinzipien der Evaluation - Die TN können Möglichkeiten und Prinzipien zur Evaluation von Gesundheitsdiensten beschreiben (inkl. Akkreditierung, Zertifizierung und Lizensierung).
  • Ansätze zur Stärkung lokaler Gesundheitssysteme - Die TN  können Ansätze zur Stärkung lokaler Gesundheitssysteme nennen.

Finanzierung von Gesundheitssystemen

  • Begriffsbestimmung - Die TN kennen wichtige Definitionen und Konzepte der Finanzierung von Gesundheitsversorgungs­systemen (z.B. von WHO/Weltbank). Sie können unterschiedliche Zahlungansätze erläutern (z.B. payment by case, payment by risk, payment of services/goods). Die TN können am Beispiel von Diensten in EL aus den Kostenzentren einer Einrichtung Fallpauschalen oder Fallgruppenpauschalen errechnen. Weiterhin können die TN die Policy Entscheidungen erläutern, die mit Strategien der ‚revenue collection‘, des ‚pooling of resources‘ und des ‚purchasing of services‘ verbunden sind.
  • Grundlagen der Finanzstruktur von Gesundheitsdiensten - Die TN kennen grundlegen Unterschiede der Subvention von Gesundheitsdiensten (wie line item budgets, global budgets, capitation, case – payment, per diem oder user fee). Sie können Unterschiede zwischen ‚recurrent‘ und ‚investment‘ budget aufzeigen. Zudem können die TN Vor- und Nachteile von ‚performance based financing‘ in unterschiedlichen Kontexten bewerten.  Ebenso sind die TN in der Lage, die Rolle der EZ, speziell auch kirchlicher Träger, in der Finanzierung und Implementierung von Gesundheitsarbeit darstellen.
  • Ansätze sozialer Sicherungssysteme - Die TN können (entwicklungspolitische) Gründe für die Notwendigkeit des Aufbaus von sozialen Sicherungssystemen benennen. Sie sind in der Lage Unterschiede zwischen ‚social health insurance (SHI)‘, community-based health insurance (CBHI) und ‘private for profit health insurance’ zu beschreiben. Die TN können anhand von vorgegebenen Modellen Sicherungssysteme einschätzen und überprüfen. Sie können die Ansätze eines ‘basic benefit package’ oder ‘minimal package of activities’ unter ethischen, public health und gesundheitsökonomischen Aspekten bewerten und angepasste Modelle für einen kleine Projektkontext entwickeln. 

Krankheitskontrollprogramme

  • Grundlagen - Die TN können die (epidemiologischen) Grundlagen der Bedarfsermittlung benennen (wie ‚burden of disease‘, Morbidität, Mortalität, Letalität, etc.). Sie können die Gesundheitsprobleme in ausgewählten Weltregionen orientierend beschreiben und Unterschiede zwischen einem Krankheitskontroll- und Gesundheitssystemansatz benennen. Die analysieren Vor- und Nachteile von Kontroll- und Systemansätzen und leiten daraus strategische Schlüsse für mögliche Gesundheitsprojekte ab. Des Weiteren lernen die TN Kontrollstrategien von nationalen Akteuren oder  zivilgesellschaftlichen Akteuren zu bewerten.
  • Elemente der Kontrolle von Krankheiten - Die TN können die acht Elemente von Krankheitskontrolle benennen und beschreiben (Impfung, Massenchemotherapie, Vektorkontrolle, WASH, verbesserte Fallsuche, verbessertes Fallmanagement, verbesserte Überwachung, Verhaltensänderung). Die TN können zudem grundlegende Elemente von ausgewählten Kontrollprogrammen beschreiben (z.B. Malaria, HIV/AIDS, TB, STI, Lepra, Wurmparasitosen, Schistosomisasis etc.). Sie kennen die Grundlagen eines Gesundheitsfrühwarnsystems im Kontext von wirtschaftlich armen Ländern. Darüber hinaus entwickeln die TN phasenbezogene Kontrollstrategien angepasst an die akute oder chronische Phase nach Ausbruch einer kontrollierbaren Krankheit.
  • Besondere Situationen - Die TN können die Kriterien für die Vulnerabilität in Katastrophen benennen (wie Ausbruchsverzögerung, geogr. Umfang, Letalität oder Vorhersagbarkeit). Sie können die Grundlagen des Weltrisikoberichts beschreiben. Weiterhin können die TN aus der Instabilität der Lebensumstände Folgen für Gesundheitssituation und Gesundheitsversorgung ableiten. Sie können Internet Ressourcen zu Themen der Krankheitskontrolle recherchieren (z.B. Medbox).

C) Angepasste Technologien (Labor, Klinikbetrieb und pharmakologisch)

Labordiagnostik unter einfachen Bedingungen

  • Basics der Mikrobiologie - Die TN können die Größenverhältnisse und Unterschiede von Helminthen, Protozoen und Bakterien benennen und deren Färbeverhalten für die Diagnostik interpretieren.
  • Labordiagnostik unter einfachen Bedingungen - Nach Abschluss des Kurses können die TN die Voraussetzungen für eine angepasste Labordiagnostik in Ländern mit begrenzten Ressourcen benennen. Was muss zur Verfügung stehen, um qualitativ gute Laborergebnisse zu erzielen. Hierzu zählen Größe des Labors, Platzierung im Krankenhaus (Patientenfluss), Raumgestaltung, nötige Installationen, wie Elektrizität, Wasser und die Anzahl und berufliche Qualifikation der Mitarbeiter. Jeder TN ist in der Lage das Zubehör für einfach Untersuchungen im Labor zu listen.
  • Das Mikroskop - Die TN sind in der Lage ein Mikroskop zur Diagnostik von gefärbten und ungefärbten Präparaten korrekt einzustellen und können ein Mikroskop zur diagnostischen Betrachtung einsetzen.
  • Hämoglobinbestimmung (Hb) - Die TN können verschiedene Hb-Methoden benennen und identifizieren die geeignetsten für das jeweilige Niveau einer Gesundheitseinrichtung. Sie können die Vor- und Nachteile der verschiedenen Möglichkeiten zur Hämoglobinbestimmung diskutieren.
  • Malaria-Diagnostik - Die TN können einen dicken Tropfen sowie einen Blutausstrich für die Malariadiagnostik anfertigen. Anschließend  ist jeder in der Lage die korrekte Färbung zu identifizieren und sie an dem Präparat vorzunehmen. Abschließend werden die verschiedenen Malariaarten diagnostiziert und jeder zählt die Parasiten in einem Präparat aus. Die TN führen den Malariaschnelltest korrekt durch und definieren die anschließend notwendigen Maßnahmen bei einem positiven oder negativen Ergebnis. Alle sind in der Lage das Ergebnis korrekt zu interpretieren.
  • Stuhldiagnostik - Die TN sind in der Lage, angepasste Behälter für Stuhlproben zu benennen, die korrekten Präparate zur Diagnostik der Darmparasiten (Wurmeier und Protozoen) herzustellen und zu mikroskopieren. Sie können sowohl Wurmeier, Protozoen als auch Coccidien differenzieren und Artefakte erkennen.
  • Tb-Diagnostik - Die TN definieren die optimale Materialgewinnung bei Verdacht auf Tb und benennen geeignete Behälter. Sie stellen einen Sputum Ausstrich her und färben diesen eigenständig nach Ziehl Neelsen. Sie können die Vor- und Nachteile der verschiedenen Färbungen (Ziehl Neelsen, Fluoreszenzfärbung) benennen und beschreiben. Die Teilnehmer mikroskopieren selbstständig Tb positive Präparate und zählen die Bakterien nach den WHO Richtlinien korrekt aus.
  • HIV-Diagnostik - Die TN benennen die verschiedenen Möglichkeiten zur HIV-Diagnostik, insbesondere den HIV-Schnelltest. Sie können verschiedene Richtlinien in der HIV-Diagnostik diskutieren und wissen, dass diese auch in den Ländern des Südens einzuhalten sind. Sind die Schnellteste der Landesrichtlinien nicht anwendbar (Teste stehen nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung) dann sind Schnellteste zu identifizieren, die einen hohen positiven Vorhersagewert haben. Jeder der TN kann die Richtlinien hierfür benennen (z.B. Counselling für potentielle Patienten), sowie die Tatsache, dass ein positiver Schnelltest je nach Prävalenz  zu bestätigen ist. 
  • Blutgruppen und Kreuzprobe - Die TN sind in der Lage bei niedrigem Hämoglobinwert (Hb) den cut-off Befund für die Gabe einer oder mehrerer Blutkonserven zu benennen. Dabei wird die Blutgruppe des Patienten bestimmt und adäquat ein Spender gesucht. Die Suche beinhaltet die Bestimmung des Hbs, HIV, HBV, HCV und Syphilis. Die TN sind in der Lage dieses Prozedere zu erklären und die verschiedenen Teste durchzuführen. Anschließend können sie die Blutabnahme korrekt beschreiben und die Vorgehensweise bei direkte Applikation oder gelagerten Blutkonserven benennen. Sie beschriften die Blutkonserve nach nationalen Richtlinien mit den wichtigsten Daten. Die Lagerung und deren Überwachung wird diskutiert und dokumentiert. Eine einfache Kreuzprobe wird mit allen TN durchgeführt.
  • Manuelle Leukozytenzählung - Die TN sind in der Lage die manuelle Leukozytenzählung eigenständig durchzuführen und können die Schwierigkeiten diskutieren.
  • Punktate - Die TN diskutieren die simplen Untersuchungen, die unter einfachen Bedingungen bei Exudaten, Transudaten und Liquor eingesetzt werden können. 

Management von Gesundheitseinrichtungen

  • Einführung: Aufbau eines Gesundheitssystems - Die TN wissen, dass Gesundheitseinrichtungen in der Regel in ein nationales System eingebettet sind und können den Aufbau eines „District Health Systems“ erläutern.
  • Arten von Gesundheitseinrichtungen -  Die TN wissen, welche Arten von Gesundheitseinrichtungen es gibt und können entsprechende Begrifflichkeiten voneinander abgrenzen: hospital, dispensary, clinic, health center. Sie wissen zudem, dass es unterschiedliche Möglichkeiten zur Finanzierung von Gesundheitseinrichtungen gibt (Patientengebühren, Versicherungen, Subventionierung). Die TN sind in der Lage, den Einfluss des Finanzierungsmodells auf das Management der Gesundheitseinrichtung zu erläutern.
  • Angepasste Technologien im Krankenhaus - Die TN wissen, wie ein Krankenhaus unter einfachen Bedingungen zu organisieren ist. Im Einzelnen können sie erklären, wie eine stabile Wasserversorgung, durchgängige Energieversorgung, sowie sinnvolle Möglichkeit zu Sterilisierung und sichere Müllentsorgung einzurichten sind. Die Teilnehmenden wissen weiterhin, wie ein Sanitärsystem einzurichten ist im Sinne der Infektions-Kontrolle und mit Option auf Biogas-Produktion.
  • Angepasste Technologien im Labor - Die TN können weiterhin beschreiben, wie ein Labor unter einfachen Bedingungen einzurichten ist auf verschiedenen Ebenen. Sie wissen, welche Utensilien, Tests und Hilfsmittel vorhanden sein sollten.
  • Logistik im Krankenhaus -  Die TN wissen, wie ein Krankenhaus logistisch zu organisieren ist, um die Verfügbarkeit von Medikamenten und notwendigen medizinischem Zubehör sicherzustellen und den Verschleiß an Verbrauchsmaterialien im Blick zu behalten.
  • Referral System -   Die Teilnehmenden können erläutern, wie ein Patienten Referral System aufzubauen ist.
  • Datensammlung und statistische Auswertung - Die TN wissen, welche Daten in einer Gesundheitseinrichtung erhoben werden sollten und wie diese statistisch aufzubereiten sind innerhalb eines Jahresberichts (z.B. Auslastung, Liegedauer, Haupt-Diagnosen etc.). Mögliche Indikatoren zur Überwachung des Krankenhauses sind den TN bekannt.

Pharmakologie

  • WHO: Essentielle Medikamente - Die TN wissen, welche Medikamente gemäß WHO als essentiell gelten. Ihnen ist bewusst, dass nationale Richtlinien zu beachten sind und Verfügbarkeit der WHO-Empfehlungen zu prüfen ist. Die TN wissen, weshalb es notwendig ist, bei der Auswahl von Medikamenten Prioritäten zu setzen.
  • Rationaler Gebrauch von Medikamenten - Die TN wissen, welche Gefahren des irrationalen Gebrauchs von Medikamenten zu beachten sind (z.B.  Kombinationspräparate, Injektionen statt oraler Gabe, Falschanwendung von Antibiotika).
  • Angepasste Technologien in der Pharmazie - Die TN wissen, wie eine Pharmazie unter einfachen Bedingungen auf qualitativ hohem Niveau einzurichten ist (z.B., Quantifizierung - und Bestellung / Lagerung / Abgabe).
  • Stärkung lokaler Systeme -  Die TN wissen, dass Medikamente möglichst lokal bestellt werden sollten, um z.B. die örtlichen Märkte zu stärken.
  • Qualität von Arzneimitteln („Minilab“ / Fälschungen) - Gleichzeitig kennen die TN die Gefahr von Arzneimittelfälschungen und wissen, wie mit einfachen Mitteln Qualitätsteste durchgeführt werden können.

D) Entwicklungspolitische Fragen & kulturelle Anpassung

MDGs und Post 2015 Agenda

  • MDGs und Post 2015 Agenda - Die TN kennen die gesundheitsrelevanten MDGs und sind mit den Implikationen für die Post-MDG Phase vertraut.

Gesundheitskommunikation

  • Health Education - Die TN wissen, wie Gesundheitsberatung unter Berücksichtigung kultureller Kommunikationsmuster in unterschiedlichen Kontexten gelingen kann.
  • Methodische Ansätze - Die TN kennen verschiedene Methoden der Gesundheitskommunikation.

Traditionelle Medizin

  • Charakteristika/Bedeutung - Die TN können Charakteristika der traditionellen und der komplementären/alternativen Medizin benennen. Sie sind in der Lage, die Bedeutung dieser Konzepte für die Gesundheitsversorgung in wirtschaftlich armen Ländern zu erläutern.
  • Typen lokaler Helfer - Die TN können beschreiben, welche Typen von lokalen Heilern und welche Heilpraktiken in traditionellen Gesundheitssystemen zu finden sind. 
  • Entscheidungswege der Menschen - Die TN sind in der Lage, Entscheidungswege der Menschen im Krankheitsfall zu erläutern, die zur Inanspruchnahme spezieller traditioneller oder biomedizinischer Gesundheitsdienste in wirtschaftlich ärmeren Ländern führen.  
  • Aktuelle Policies der WHO - Die TN kennen wesentliche Elemente aktueller Policies der WHO bezüglich des Themenfelds traditioneller Medizin und sind in der Lage, mögliche praktische Maßnahmen der Umsetzung in Fallbeispielen aufzuzeigen.
  • Koordination unterschiedlicher Konzepte - Die TN können Vorgehensweisen benennen, die zu einer sinnvollen Koordination  traditioneller und biomedizinischer Heilmethoden und zu einer konstruktiven Kooperation der Praktiken beizutragen vermögen.

E) Spezielle Gesundheitsthemen

Katastrophenhilfe/ Humanitäre Hilfe

  • Einführung - Die TN kennen mögliche Ursachen für humanitäre Noteinsätze (wie Naturkatastrophen, Pandemien, bewaffnete Konflikte) und können Beispiele aus der nahen Vergangenheit nennen. Sie können den Unterschied zur Entwicklungszusammenarbeit erklären. 
  • Rechtliche Grundlagen - Die TN kennen die rechtlichen Grundlagen humanitärer Hilfe (Genfer Konventionen, Menschenrechtsansätze).
  • Geschichte der Humanitären Hilfe - Die TN haben einen Überblick über die Geschichte der humanitären Hilfe.
  • Standards in der Nothilfe - Die TN kennen die zehn Prioritäten der Nothilfe, sowie die Mindeststandards des Sphere Projekts.
  • Medizinische Arbeit in der Nothilfe - Die TN können die Aufgabenbereiche der medizinischen Nothilfe nennen (Assessments, Einführung einer Stock/Supply Chain, Koordination/Management, Datensammlung/Analyse) und jeweils für die Umsetzung wesentliche methodische Vorgehensweisen beschreiben.
  • Medizinische Probleme in der Humanitären Hilfe - Die TN wissen, welche medizinischen Probleme während Nothilfeeinsätzen in der Regel auftreten (wasser-übertragbare Erkrankungen, Cholera, vektorübertragbare Erkrankungen: Malaria/Dengue, Unterernährung, Traumata, Flüchtlingsbetreuung) und kennen Möglichkeiten zur Behandlung im Nothilfekontext.
  • Mental Health and Psychosocial Support in der Humanitären Hilfe - Die TN kennen Ansätze der psychosozialen Versorgung und deren praktischer Umsetzung im Rahmen der Humanitären Hilfe nach den Leitlinien des  Inter-Agency Standing Committee (IASC).
  • Sexual and Gender-Based Violence (SGBV) in der Humanitären Hilfe - Die TN kennen Prinzipien der SGBV Policy und deren praktischer Umsetzung im Rahmen der HH nach den Leitlinien des IASC.
  • Primary Health Care in Notsituationen - Die TN können einschätzen, welche Primary Health Care-Maßnahmen in Notsituationen nötig und möglich sind. Sie kennen im Speziellen Wasser- und Sanitärinterventionen zur Hygienepromotion.
  • Beispiel für einen Nothilfe-Einsatz & Planspiel - Die TN können anhand eines Beispiels  exemplarisch aufzeigen, wie ein Nothilfeeinsatz durchzuführen ist. Des Weiteren haben die TN das Gelernte anhand eines Planspiels eingeübt.
  • Mythen der Humanitären Hilfe - Die TN kennen die Mythen der humanitären Hilfe und den LRRD-Ansatz (Linking Relief, Rehabilitation and Development).
  • Ebola-Krise und nötige Public Health-Maßnahmen - Die TN haben einen Überblick über die Ebola Krise und die nötigen Public-Health Maßnahmen und deren Effektivität.  

Migration und Gesundheit

  • Einführung Migration - Die TN verstehen Migration als Menschenrecht und können Gründe für eine Migration nennen. Sie kennen klassische Einwanderungsländer, sowie aktuelle Migrationsströme. Weiterhin wissen die TN, wie verschiedene Länder, darunter auch Deutschland, mit Asylsuchenden umgehen.
  • Gesundheitsprobleme von Migranten - Die TN wissen, welchen Nationalitäten Migranten in Deutschland meist angehören und welche Krankheitsbelastung entsprechend zu erwarten ist. Sie kennen die Symptomatik der wichtigsten Krankheitsbilder (Traumata, Infektionskrankheiten, NCDs) und kennen die nötigen Diagnostikschritte.
  • Krankheitsbilder bei Migranten - Die TN kennen Krankheitsbilder, die nur oder hauptsächlich bei Migranten vorkommen.
  • Zugang zu medizinischer Versorgung für Flüchtlinge und Papierlose in Deutschland - Die TN wissen, wie sich der Zugang zu medizinischer Versorgung für Migranten in Deutschland gestaltet und kennen regionale Anlaufstellen, die eine notwendige Versorgung ermöglichen können. 

Medical Peace Work

  • Gewalt und Gesundheit - Die TN wissen, welchen Einfluss Krieg und Gewalt auf die Gesundheit des Menschen haben und können die Mortalität und Morbidität durch Gewalt im Vergleich zu anderen Erkrankungen und Todesursachen einstufen.
  • Gründe für Gewalt - Die TN kennen den Begriff der „strukturellen Gewalt“ und können möglichen Arten der Gewalt nennen (z.B. ungleiche Einkommensverteilung, Diskriminierung, Hürden beim Zugang zur Gesundheitsversorgung). Die TN verstehen den Zusammenhang von struktureller Gewalt und einer gewaltsamen Gegenreaktion.
  • Gesundheitsprobleme in Konfliktsituationen - Die TN kennen das Ausmaß der medizinischen Probleme, die gehäuft in Gewaltsituationen auftreten (z.B. besonders Traumatisierung, Schussverletzungen, Epidemien von Infektionserkrankungen, sekundäre Effekte durch Zerstörung von Gesundheitsinfrastruktur, Flucht und Vertreibung.)
  • Psychosoziale Folgen von Gewalt - Die TN kennen psychosoziale Folgen von Gewalt (Psychische Traumatisierung und andere Folgen) und  wissen, wie sie deren Anzeichen bei der medizinischen Versorgung erkennen können.
  • Trauma-sensitives Arbeiten - Die TN sind für die speziellen Bedürfnisse von potentiell traumatisierten Menschen sensibilisiert, kennen die Grundsätze eines trauma-sensitiven Umgangs. Sie wissen, wie sie die Betroffen ansprechen und an psychosoziale Dienste überweisen können.
  • Gender based Violence - Die TN sind für die besondere Problematik von Gewalt gegen Frauen insbesondere SGBV in Gewaltkontexten sensibilisiert, kennen Ursachen und wissen, wie sie Anzeichen bei der medizinischen Versorgung erkennen können und  wie sie die Betroffenen darauf ansprechen können.
  • Prävention von Gewalt/ Friedensförderung - Die TN wissen, welche Rolle sie als medizinische Fachkraft zur Friedensförderung und Gewaltprävention spielen. 
  • Monitoring - Die TN kennen Monitoring-Methoden, um Fortschritte bei der Verwirklichung des Rechts auf Gesundheit zu erfassen.

Gesundheit und Heilung

  • Einführung: Armut & Krankheit - Die TN kennen die weltweiten Ausmaße von Armut und Krankheit und sind in der Lage mindestens 3 relevante Gesundheitsindikatoren zu benennen (z.B. MMR, IMR, CMR o.a.). Die TN kennen die Fortschritte in der internationalen Gesundheitsarbeit und können mindestens drei aktuelle Entwicklungen im Bereich Gesundheit und Entwicklung benennen.
  • Heilungsauftrag der Christen - Die TN können den theologisch begründeten Auftrag zu heilen erklären und sind in der Lage ihn in den aktuellen gesundheits- und entwicklungspolitischen Kontext zu stellen. Die TN kennen den Heilungsauftrag der christlichen Kirche und die Aufgabe aller Christen heilend in der Welt tätig zu werden. Ziel ist es, in Frieden mit den Mitmenschen zu sein und zu Gott.
  • Heilend wirken in Deutschland und weltweit - Die TN sind in der Lage wenigstens drei Möglichkeiten zu benennen, in Deutschland und weltweit heilend zu wirken (z.B. in der Nachbarschaft, in Pflegeheimen, mit Migranten).
  • Modellbeispiele - Die TN können drei Modellbeispiele christlicher Gesundheitsarbeit vorstellen (z.B. Beispiel von Denis Mugwege, der sich visionär in den heilenden Dienst stellt).

Health and Human Rights

  • Einführung: Zugang zu Gesundheit - Die TN können Determinanten von Gesundheit und Hindernisse im Zugang zu Gesundheit speziell im Hinblick auf ressourcenarme Länder beschreiben (z.B. Globaler Süden, ländliche Regionen, Armut, Geschlecht, Stigmatisierung, bewaffnete Konflikte). Weiterhin können sie die gesundheitsbezogenen MDGs benennen und erläutern. 
  • Rights based approach / das Menschenrecht Gesundheit - Die TN sind in der Lage den „Rechte basierten Ansatz“ in der gesundheitsbezogenen Entwicklungszusammenarbeit zu erläutern. Artikel 25 der Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen ist ihnen geläufig.
  • Einhaltung des Rechts auf Gesundheit - Die TN können Verpflichtungen für die Einhaltung von Menschenrechten benennen.
  • Internationales Engagement und andere Stakeholder - Die TN kennen internationale Bemühungen für eine verbesserte Gesundheitssituation weltweit (z.B. UNICEF, UNAIDS). Das Primary Health Care Konzept ist ihnen vertraut, ebenso die Rolle von Regierungen, kirchlichen Institutionen und NGOs in der Bereitstellung von Gesundheitsdiensten.
  • Monitoring - Die TN kennen Monitoring-Methoden, um Fortschritte bei der Verwirklichung des Rechts auf Gesundheit zu erfassen.

F) Persönliche Ausreisevorbereitung

Persönliche Ausreisevorbereitung

  • Gesund bleiben im Einsatz - Die TN kennen vorbeugende Maßnahmen, um während des Einsatzes gesund zu bleiben (z.B. Lebensmittelhygiene/allgemeine Hygiene). Die TN kennen die Ansteckungsgefahr in HIV endemischen Gebieten, wissen um die Möglichkeiten zur Malariaprophylaxe und sind über nötige Impfungen informiert. Darüber hinaus wissen die TN, wie sie sich im Krankheitsfall verhalten sollten.
  • Umgang mit Stress - Die TN können Möglichkeiten nennen, mit Stress allgemein und mit einem Kulturschock im Speziellen umzugehen.
  • Entsendeorganisationen - Die TN kennen Entsendeorganisationen, mit denen man einen Arbeitseinsatz im Ausland planen kann.
  • G35-Untersuchung - Die TN wissen, wann eine G35-Untersuchung stattfinden sollte.

Forschung im Bereich Public / Global Health

  • Epidemiologie - Die TN können das Konzept der Epidemiologie und mögliche Studiendesigns (wie cross sectional study, longitudinal study, cohort study) erläutern.
  • Studiendesign - Die TN können die Anforderungen an Studien nennen (wie Kontrollgruppe, Mindeststichprobengröße, Randomisierung, ethical clearance). Die TN kennen die Gefahr eines Bias bei falschem Studiendesign und kennen das Konzept der Drittvariablenkontrolle (Confounding).
  • Partizipative Ansätze - Die TN können Möglichkeiten zur partizipativen Forschung beschreiben und sind in der Lage, sowohl quantitative als auch qualitative Elemente in die Studienplanung einfließen zu lassen.
  • Forschungspolitik - Die TN kennen die aktuelle Agenda der Forschungspolitik im Bereich PH/GH/ICH und können Themengebiete mit guter Wahrscheinlichkeit zur Förderung benennen. 

Einsatznachbereitung

  • Debriefing - Der TN arbeitet seinen/ihren Arbeitseinsatz innerhalb eines individuellen Debriefings auf.
  • Wiedereingliederung in Deutschland - Der TN wird hinsichtlich der Möglichkeiten zum Wiedereinstieg in Deutschland beraten.
  • Traumatische Ereignisse  – Nach Bedarf findet eine Traumaberatung und -therapie statt.

 

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Ihre Ansprechpartnerin:

Franziska Müller
Tel. (Di., Mi., Fr.): 07071/70490-24
E-Mail: mueller@remove-this.difaem.de

   

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