AGGE Aktuell
18.09.2015

Neu: Migrantengesundheits-App

Medizinische Standards zur Versorgung von Migranten, Gesetztes-Texte und mehr....


   

Linksammlung erleichtert haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern die Betreuung von Flüchtlingen und Asylbewerbern

Eine Linksammlung zu medizinischen und rechtlichen Fragen rund um die Betreuung von Flüchtlingen und Asylbewerbern hat das Missionsärztliche Institut im Zusammenarbeit mit der Missionsärztlichen Klinik zusammengestellt. Im Internet können sich Mitarbeiter von Gemeinschaftsunterkünften, Sozial- und Ausländerbehörden sowie niedergelassene und Klinikärzte einen Überblick verschaffen. Unter http://migrantengesundheit.medmissio.de/ öffnet sich die Sammlung, die wie ein Ringbuch zum virtuellen Blättern gestaltet ist. Die Praxishilfe soll allen, die sich haupt- oder ehrenamtlich in der Betreuung von Flüchtlingen engagieren, aufwändige Recherchen im Netz ersparen und damit die Arbeit erleichtern.

Impfempfehlungen, Gesetzestexte und Sprach-Apps

Sechs Kapitel informieren über Aspekte wie „Medizinische Standards“ mit Informationen etwa zur Erstuntersuchung von Flüchtlingen oder zu Impfempfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Unter „Handreichungen“ sind Links von A wie Anamnesebogen bis Z wie Zahngesundheit aufgeführt.Gesetzestexte informieren über das Asylbewerber-Leistungsgesetz sowie Sozialleistungen für Migranten und Flüchtlinge. Im Kapitel „Sprachtools“ können fremdsprachige Broschüren und Leitfäden, Lexika und Übersetzungs-Apps für Smartphones heruntergeladen werden. Die Praxishilfe ergänzen Kontakte und Links zu staatlichen Stellen, Verbänden, Kammern und Nichtregierungsorganisationen.

Angesichts der steigenden Zahl von Asylbewerbern und Flüchtlingen setzen sich Institut und Klinik für eine adäquate medizinische Versorgung ein. In der Praxis wird immer wieder beklagt, dass es an Standards, guten Praktiken und Leitlinien zur Gesundheitsversorgung von Migranten fehlt. Die gesetzlichen Möglichkeiten werden oft als unübersichtlich beschrieben und daher unzureichend genutzt. Aus Unsicherheit über gesetzliche Regelungen werden Asylsuchenden immer wieder ärztliche Leistungen verweigert.

Informationsveranstaltungen und E-Learning

Als katholische Fachstelle für internationale Gesundheit setzt sich das Missionsärztliche Institut seit Jahren für eine bessere Verbesserung der präventiven und kurativen medizinischen Versorgung von Flüchtlingen ein. Ein Schwerpunkt liegt auf Schulungen, etwa durch Kurse für Bewohner der Würzburger Gemeinschaftsunterkunft (GU), die medizinisches Grundwissen vermitteln. Geplant sind Informationsveranstaltungen für Ärzte in Erstaufnahmeeinrichtungen, niedergelassene Ärzte und Mitarbeiter der Sozialämter sowie eine E-Learning Plattform. Die Missionsärztliche Klinik wurde von der Regierung Unterfranken mit der medizinischen Versorgung der Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft beauftragt. Tägliche Sprechstunden vor Ort sowie Anbindung an die jeweiligen Fachabteilungen tragen dazu bei, die Gesundheit von Flüchtlingen und Migranten zu verbessern. 

Quelle: Jens Unger, Missionsärztliches Institut Würzburg

   


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