AGGE Aktuell
18.12.2015

Epidemiologie der Tuberkulose in Deutschland

Bericht des Robert Koch Instituts vom 09.12.2015


   

Im Jahr 2014 wurden insgesamt 4.488 Tuberkulosen registriert, was einer Inzidenz von 5,6 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner entspricht. Die Fallzahlen liegen damit um 3,9 % höher als im Vorjahr (2013: 4.319 Erkrankungen; Inzidenz: 5,3) und befinden sich zwischen jenen aus dem Jahr 2008 (4.538 Erkrankungen) und 2009 (4.442 Erkrankungen). Auch im Jahr 2013 wurde gegenüber dem Vorjahr bereits eine um 2,4 % höhere Fallzahl registriert. Somit ist ein Ende des langjährigen Abwärtstrends erreicht und es zeigt sich – auch bestätigt durch die vorläufigen Meldedaten für das Jahr 2015 – ein weiterer Anstieg der Fallzahlen.

Die Analyse der demografischen Daten zeigt, dass Männer häufiger an einer Tuberkulose erkranken als Frauen. Die Inzidenz betrug bei männlichen Personen 7,2 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner und war damit 1,8-mal so hoch wie bei weiblichen Personen (Inzidenz 4,0). Die höchste Inzidenz mit insgesamt 9,6 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner fand sich in der Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen (Männer: 13,0; Frauen: 5,9). Ferner war die Inzidenz im Alter ab 80 Jahren (Inzidenz 8,4; Männer: 12,5; Frauen: 6,2) vergleichsweise hoch.

Die Analyse nach Staatsangehörigkeit ergab deutliche Unterschiede im Erkrankungsrisiko: So betrug die Inzidenz bei ausländischen Staatsbürgern 33,6 pro 100.000 Einwohner und war mehr als 13-mal so hoch wie in der deutschen Bevölkerung (Inzidenz 2,5). Diese Diskrepanz hat sich gegenüber dem Vorjahr (Faktor 10) weiter verstärkt. Im Kindesalter und bei jungen Erwachsenen war dieser Unterschied besonders deutlich. Insgesamt 44,3 % aller Erkrankten hatten die deutsche Staatsangehörigkeit, 55,7 % waren ausländische Staatsbürger. Die erkrankten ausländischen Staatsbürger wiesen im Vergleich zu deutschen Patienten – wie schon in den vergangenen Jahren – eine wesentlich jüngere Altersstruktur auf (Altersmedian 32 vs. 59 Jahre).

Quelle: RKI - Robert Koch Institut.

 

Lesen Sie den vollständigen Bericht gerne unten im verlinkten PDF.

 


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