AGGE Aktuell
15.07.2014

Ebola: Ein sehr gefährliches Szenario

Prof. Dr. August Stich vom Missionsärztlichen Institut Würzburg gibt Einblick in die Lage in Westafrika


   

Die Ebola-Epidemie ist nach Einschätzung des Tropenmediziners Prof. Dr. August Stich in Westafrika außer Kontrolle. Man müsse damit rechnen, dass sich das Virus weiter in Afrika ausbreite, sagte August Stich dem Bayerischen Fernsehen. Den Bericht können Sie in voller Länge in der BR-Mediathek ansehen. Für Europa sieht er allerdings kaum Gefahren.

Im Gespräch mit dem Internetportal „katholisch.de“ sagte Stich, angesichts des Ausbruchs von Ebola in Westafrika sei zu befürchten, dass die Gesundheitssysteme in den betroffenen Ländern zusammenbrechen. Wegen der massiven Bedrohung durch das Virus würden Menschen mit anderen Krankheiten schlechter versorgt, sagte Stich In der Regenzeit habe die Malaria Hochsaison. Viele Kinder seien erkrankt, aber niemand traue sich mehr ins Krankenhaus, berichtet der Mediziner. "Das wird wahrscheinlich noch viel mehr Menschenleben kosten als Ebola selbst." Ohne internationale Hilfe lasse sich das Problem nicht lösen.

Laut Stich ist Aufklärung dringend notwendig, etwa im Zusammenhang mit den traditionellen Beerdigungsriten. Es sei schwer, die Menschen davon abzuhalten, ihre Toten zu waschen und anzufassen. An Ebola Verstorbene seien jedoch hoch ansteckend. Wie der Tropenmediziner weiter berichtet, werden immer wieder Helfer verdächtigt, die Krankheit einzuschleppen. "Man muss sich vorstellen, da kommen Gestalten in Schutzanzügen und nehmen einen Dorfbewohner mit, der nie wieder zurückkehrt", veranschaulicht Professor Stich das Erleben der Menschen. So komme es immer wieder vor, dass kranke Familienmitglieder versteckt würden oder Erkrankte selbst untertauchten. 

Quelle: Elke Blüml, Missionsärztliches Institut Würzburg


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