AGGE Aktuell
07.08.2014

Ebola breitet sich weiter aus

Ebola-Seminar: Dr. Gisela Schneider in Schutzkleidung

Erste Krankenhäuser schließen aus Angst vor Ansteckungen


   

In Westafrika breitet sich Ebola immer weiter aus. Die Zahl der vom Virus infizierten Menschen steigt stetig. Das Difäm – Deutsche Institut für Ärztliche Mission e.V. in Tübingen organisiert nun Hilfslieferungen mit Schutzmaterial für die Krankenhäuser in den betroffenen Regionen und berät Mitarbeitende in den Einrichtungen, wie das Ansteckungsrisiko reduziert werden kann.

 

Seit über drei Monaten sind Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger in Sierra Leone, Liberia und Guinea dabei, Patienten mit Ebola zu versorgen. Nun müssen die ersten Krankenhäuser schließen, weil die Mitarbeitenden Angst vor einer Ansteckung haben. "Das bedeutet, dass nun auch Kinder mit Malaria oder einer Pneumonie oder  Schwangere, die zur Geburt kommen, unter Umständen nur sehr unzureichend versorgt werden können", sagt Difäm-Direktorin Dr. Gisela Schneider. Ein weiteres Problem in den armen Regionen ist, dass die Mittel zur Desinfektion im ganzen Land zur Neige gehen. Das Difäm als Organisation für weltweite christliche Gesundheitsarbeit steht in direktem Kontakt zur Christian Health Association in Liberia, die viele Gesundheitseinrichtungen im Land betreibt. "Die Direktorin des Verbundes, Patricia Kamara, sandte uns eine Liste mit dringend benötigtem Material per E-Mail", so Gisela Schneider. „Wir versuchen nun zu helfen, die Krankenhäuser so sicher zu machen, dass dort gearbeitet werden kann." Noch diese Woche schickt das Difäm eine Hilfssendung im Wert von 10.000 Euro mit Ganzkörper-Schutzkleidung, Handschuhe, Mundschutz und Desinfektionsmittel auf den Weg nach Liberia. Eine zweite größere Lieferung ist bereits in Planung.

Zudem sollen medizinische Fachkräfte in der Diagnose und Symptomerkennung sowie im Umgang mit den Schutzmaßnahmen gefördert werden. Da sich die Symptome von Ebola mit denen der Malaria oder des Typhus ähneln, fällt die Diagnose, besonders im Frühstadium, schwer. "Daher wollen wir den Mitarbeitenden eine Hilfe an die Hand geben", so Gisela Schneider. So sollten sich die Krankenhäuser nun nach klaren Regeln organisieren: Beispielsweise müssen sich nun alle Patienten Fieber messen, bevor sie im Krankenhaus aufgenommen werden. Im Verdachtsfall muss ein erfahrener Arzt oder klinischer Mitarbeiter konsultiert werden, der die Symptome einordnen kann, damit Verdachtsfälle isoliert werden können und nicht auf allgemeine Stationen gelangen. Dazu müssen die Krankenhäuser Isolierstationen einrichten, die Schutzanzüge, Gummi-handschuhe und Desinfektionsmittel zur Verfügung haben."Vor allem ist es aber für unsere Partner vor Ort wichtig, dass sie in der Situation nicht alleingelassen werden und wissen, dass Sie Hilfe bekommen können".

Die Ebola-Epidemie hat drei sehr arme Länder getroffen, darunter zwei, deren Strukturen und Systeme durch jahrelangen Bürgerkrieg schon sehr geschwächt sind. "Somit sind Information und vertrauensbildende Maßnahmen sehr wichtig, die gerade auch von den Kirchen wahrgenommen werden können." Daher sollen Pfarrer und Kirchengemeinden beraten werden, die ihr Wissen beispielsweise in den Gottesdiensten weitergeben können. "Die Kirche verfügt über ein großes Netzwerk, so dass sie viele Menschen erreichen würde", so Gisela Schneider.

Für die Hilfslieferungen ist das Difäm auf Spenden angewiesen.

Spendenkonto 40 66 60
Evangelische Kreditgenossenschaft Stuttgart, BLZ 520 604 10
IBAN: DE36 5206 0410 0000 4066 60, BIC: GENODEF1EK1
Onlinespenden: www.difaem.de
Stichwort: Ebola

 

Am 20.09.2014 findet im Rahmen der AGGE ein Tagesseminar zu Ebola statt. Weitere Informationen finden Sie hier.

Quelle und Rückfragen: Pressestelle des Difäm, Anna Buck.


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